Silvaplana ist ein Eldorado für Wintersportler, aber auch Geniesser, Ruhesuchende und Familien kommen in der Oberengadiner Gemeinde nicht zu kurz. Sei es beim Snowkiten, und Freeriden – oder beim Besuch der höchstgelegenen Whiskydestillerie auf dem Piz Corvatsch.
Idyllisch schmiegt sich Silvaplana mit seinen Dorfteilen Silvaplana, Surlej und Champfèr um den Silvaplanersee. Eingebettet in die imposante Oberengadiner Bergwelt wird das Erscheinungsbild des Ortes im Sommer geprägt von unzähligen bunten Punkten, die sich in teils atemberaubendem Tempo über den gleichnamigen See bewegen. Die auf rund 1’800 Meter über Meer gelegene Gemeinde ist ein Hotspot für Wind- und Kitesurfer – dem Maloja-Wind sei Dank.
Wenn die Lärchen ihre Nadeln verloren haben und sich der erste Schnee über das Tal legt, verschwinden die bunten Kites von der Wasseroberfläche. Doch sobald der Silvaplanersee gefroren ist und das Eis die notwendige Stärke erreicht hat, kehren die Drachen auf den See zurück. Anstelle des Kiteboards tragen Sportler nun Skier und Snowboards an ihren Füssen, der Neoprenanzug ist dem Skioutfit gewichen – nur die Sonnencrème darf auch im Winter nicht fehlen.
Snowkiten – Skifahren mit dem Drachen ist einfacher als gedacht
Wer den Kopf durchlüften und den Arbeitsalltag hinter sich lassen möchte, ist mit Snowkiten bestens bedient. Die Saison startet meist im Januar, wenn der Silvaplanersee zugefroren ist. Das Prinzip ist gleich wie beim Kitesurfen; man lässt sich mit einem Zugdrachen nur durch die Kraft des Windes über den See ziehen – wahlweise auf Skiern oder dem Snowboard. Je nach Beschaffenheit der Oberfläche – von eisig bis Pulverschnee – variiert auch das Fahrerlebnis und die Geschwindigkeit.
Snowkiten ist keine schwierige Sportart. Wer Ski- oder Snowboardfahren kann, ist sicherlich im Vorteil und hat den Dreh in Kürze raus. Trotzdem wird Anfängern die Begleitung eines ausgebildeten Snowkite-Lehrers empfohlen. Zum einen, um die Handhabung des Kites und die Windverhältnisse kennenzulernen. Zum andern erfolgt das Befahren des Silvaplanersees immer auf eigenes Risiko und die Lehrer können die Beschaffenheit der Eisdecke einschätzen.
Fürs Fahren benötigt man lediglich die Skiausrüstung – der Kite sowie alles weitere benötigte Zubehör kann in der Snowkite-Schule von Swiss Kitesurf direkt am See gemietet werden. Und übrigens: Wer im Sommer Kitesurfen lernen möchte, tut gut daran, erste Erfahrungen beim Snowkiten zu sammeln. Das ist einfacher und man hat bereits erste Erfahrungen im Umgang mit Zugdrachen und Wind machen.

Piz Corvatsch – der Eier legende Wollmilch-Berg
Egal wo man sich in Silvaplana aufhält, der Piz Corvatsch mit seinen imposanten 3’451 Metern Höhe ist immer im Blickfeld. Im Winter bietet er nicht nur Skifahrern perfekt präparierte Pisten, sondern beheimatet auch den Corvatsch Park, ein Paradies für Freeskier und Snowboarder. Der Freestyle-Park steht allen Gästen zur Verfügung, die über ein Ticket für das Skigebiet Corvatsch verfügen. Bevor es losgeht, gibt es jedoch einige Dinge, die sich besonders Anfänger zu Herzen nehmen sollten. «Vor dem ersten Ride sollte man die Beschaffenheit der einzelnen Hindernisse, die Distanzen von Anlauf und Sprung und die Landezonen anschauen. Zudem sollte man einen Skilehrer zu Hilfe holen, der einen ins Freestyle-Fahren einführen kann», sagt Freestyle-Pionier Paolo La Fatta, der die Sportart mit seiner Freestyle Academy ins Engadin gebracht hat und unter anderem auch im OK des Weltcups und der WM mitwirkt. Auch bei der Ausrüstung gibt es Must-haves, so z.B. Freestyle-Skier, Helm und Rückenpanzer. Seit 2020 gibt es auf dem Corvatsch einen sogenannten «Landing Bag». D.h. nach dem Sprung landen die Sportler nicht im Schnee, sondern auf einem grossen Luftkissen, das die Verletzungsgefahr minimiert.
Freestyle-Skifahren ist nicht jedermanns Sache – wer aber etwas Abwechslung zum Skifahren auf der Piste sucht, hat auf dem Corvatsch noch andere Möglichkeiten. Bei der Bergstation Corvatsch auf 3’303 Meter über Meer befindet sich der höchst gelegene präparierte Gleitschirmstartplatz Europas. Schon alleine die atemberaubende Aussicht auf die Gletscherwelt des Berninamassivs und das Oberengadiner Seenplateau macht ein Tandem-Flug zu einem Erlebnis der Sonderklasse.

Orma Whisky – das Feuerwasser von 3’303 Metern über Meer
Die Corvatsch Bergstation beherbergt nicht nur den höchstgelegenen präparierten Gleitschirmstartplatz Europas und mit dem «Restaurant 3303» das am weitesten über dem Meer gelegene Restaurant Graubündens, sondern auch die höchstgelegene Whisky-Destillerie der Welt. Auf 3’303 Meter über Meer wird ein exklusiver Single Malt Whisky namens Orma gebrannt und in Fässern gelagert. Alles nur ausgetüfteltes Marketing? Mitnichten, geben die Hersteller zu Protokoll. Die Höhe hebe einen Einfluss auf das Brennverhalten, denn durch die Höhenlage finde der Destillationsprozess bei rund 10 Grad tieferer Temperatur statt, als dies auf Meereshöhe der Fall sei. Dadurch blieben mehr Aromen erhalten, was dem Whisky letztlich eine höhere Komplexität verleihe. All jene, die mehr über den Orma Whisky, die Philosophie dahinter und das Destillieren in dieser Höhe erfahren möchten, werden Führungen mit einem der Unternehmensgründer angeboten – Degustation inklusive.

SILVAPLANA
tourismus@silvaplana.ch
www.silvaplana.ch

