Limmathof Baden: Im Interview mit Resident Managerin Jessica Schmiederer

Jessica Schmiederer Resident Managerin vom Limmathof Baden sitzt auf einem Sofa

von Malin Müller, Geschäftsleiterin und Chefredaktorin QUALITYTIMES

Mitten im historischen Bäderquartier von Baden liegt der Limmathof – ein Haus, das Geschichte und Moderne auf besondere Weise verbindet. Seit über zehn Jahren prägt Jessica Schmiederer als leidenschaftliche Gastgeberin den Limmathof, seit 2021 in ihrer Rolle als Resident Managerin. Im Interview erzählt sie, was Gastfreundschaft für sie bedeutet, wie sich die Hotellerie verändert hat und warum das Thermalwasser für sie das «flüssige Gold» ist.

Stellen Sie sich kurz vor – wer sind Sie?

Ich bin passionierte Gastgeberin, und das schon seit Kindheitstagen. Schon bei meiner Oma, wenn sie zu Kaffee und Kuchen eingeladen hat, habe ich es geliebt, den Tisch zu decken und zu dekorieren – anderen Menschen schöne Momente zu bereiten, hat mir immer Freude gemacht. Dieses Privileg, mit und für Menschen arbeiten zu dürfen, macht meinen Beruf für mich heute so besonders.

Sie sind seit 2013 Teil des Limmathofs, seit 2021 als Resident Managerin. Wie hat sich Ihre Rolle im Laufe der Jahre verändert?

Angefangen habe ich an der Rezeption und durfte schon früh die Leitung übernehmen. Dabei konnte ich viele neue Ideen einbringen, gerade im Bereich der Digitalisierung. Unser Team ist klein und stabil – und genau das schätze ich sehr. Vertrauen, Ehrlichkeit und klare Kommunikation sind die Basis, ohne die es nicht funktioniert. Heute liegt mein Fokus darauf, dass es sowohl dem Team als auch den Gästen gut geht. Denn wenn Mitarbeitende zufrieden sind, spüren das auch die Gäste. Am Ende lebt jedes Hotel von den Menschen, die es prägen.

Sie haben in einem Interview einmal gesagt, dass Sie sich beim ersten Betreten des Limmathofs sofort «zu Hause» gefühlt haben. Was meinen Sie damit?

Ich habe in vielen verschiedenen Häusern gearbeitet – von ganz einfach bis fünf Sterne. Für mich war schnell klar, dass ich mich in kleineren, privat geführten Hotels am wohlsten fühle. Hier darf ich einfach mehr «ich» sein. Wenn ich mich mit dem Hotel identifizieren kann, bin ich auch bereit die Extrameile zu gehen. Ansonsten ist es nur ein Job. Und genau diese Atmosphäre möchten wir auch unseren Gästen weitergeben – mit Herzlichkeit, klarer Kommunikation und einem Team, das für echte Gastfreundschaft steht.

Aussenansicht vom Limmathof Baden


Was bereitet Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Freude?

Ganz klar das Arbeiten und Mitwirken im Team – und die Möglichkeit, meine Erfahrungen weiterzugeben. Ich begleite gerne Menschen auf ihrem Weg und freue mich, wenn ich ihre Entwicklung mitverfolgen darf. Aber auch der direkte Gästekontakt macht mir nach wie vor Spass. Deshalb übernehme ich regelmässig Schichten an der Rezeption – nur im Büro zu sitzen, wäre nichts für mich. Wenn ich dann an der Reception arbeite, oute ich mich nicht als Geschäftsführerin (lacht).

Mit welchen Herausforderungen haben Sie in der Hotellerie aktuell am meisten zu kämpfen?

Das Gästeverhalten hat sich über die letzten Jahre negativ verändert. Alles muss sofort verfügbar sein, die Menschen wirken oft gestresster, und Reklamationen kommen schneller und schärfer. Ich wünsche mir manchmal mehr Freundlichkeit und einen sachlichen Dialog. Natürlich darf man reklamieren – aber bitte mit Respekt.

Wie würden Sie sich als Führungsperson beschreiben?

Mir ist wichtig, auf Augenhöhe mit meinem Team zu arbeiten. Respekt, Sachlichkeit und die Grösse, sich auch einmal zu entschuldigen – das gehört für mich dazu.

Der Limmathof ist ein historisches Haus mit Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert. Wie verbinden Sie Geschichte und Moderne?

Der Wow-Effekt ist bei den Gästen fast immer da. Von aussen spürt man die Geschichte, innen erwarten einen moderne Zimmer mit viel Komfort und durchdachten Farbkonzepten. Mit unseren drei Häusern haben wir zudem eine Vielfalt, die fast jedem Geschmack gerecht wird.

Rundbögen im Thermalbad im Limmathof Baden


Warum sollte man den Limmathof Baden für eine Wellnessauszeit besuchen?

Da fallen mir 100 Gründe ein. Unser USP ist ganz klar das Thermalwasser – unser «flüssiges Gold». In der historischen Bäderhalle mit ihren Säulen und Rundbögen trifft Tradition auf moderne Wellnessoase. Dazu kommt die intime Atmosphäre, es ist nie überfüllt. Besonders beliebt sind auch unsere privaten Spa-Suiten, die mit Thermalwasser gefüllt werden. Und das Beste: Auch externe Gäste können den ganzen Tag bleiben, da unser Tageseintritt zeitlich unbegrenzt ist.

Gibt es einen Geheimtipp im Spa?

Ich persönlich liebe Massagen, daher ist es füür mich die Lava Shell (Muschel) Massage – einfach ein Traum. Aber auch unsere Privaten Spa Suiten sind ein echtes Highlight, wo man schnell das Zeitgefühl verliert und einfach im Moment lebt.

Eine private Spa Suite mit kleinem Schwimmbecken, zwei Stühlen, Fussbad, Wasserbett und Kerzen
Private Spa Suite


Werden im Limmathof Baden eher romantische Erlebnisse oder Auszeiten für sich allein gebucht?

Beides – aber tatsächlich wächst die Nachfrage nach Wellness-Auszeiten für Einzelpersonen. Unser «Auszeit für mich»-Package ist sehr beliebt. Auch Freundinnen-Auszeiten sind häufig gebucht, Männergruppen eher noch selten. Ich finde es wichtig, dass Alleinreisen enttabuisiert wird. Zeit nur für sich selbst ist etwas sehr Wertvolles und Wichtiges.

Wellness-Trends gibt es viele. Wie gehen Sie im Limmathof damit um?

Wir beobachten die Entwicklungen aufmerksam, springen aber nicht auf jeden Trend auf. Neue Treatments testen wir erst einmal zwei Monate lang. Erst wenn wir merken, dass die Nachfrage da ist, nehmen wir sie fest ins Angebot auf.

Der Limmathof ist Teil des Nachhaltigkeitsprogramms Swisstainable. Was bedeutet das konkret?

Wir sind aktuell auf Level I – committed eingestuft und streben noch dieses Jahr Level II an. Nachhaltigkeit heisst für uns, im Alltag spürbare Schritte umzusetzen: So setzen wir auf Photovoltaik im Neubau, fördern die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Vergünstigungen und reduzieren Einwegprodukte, indem wir z. B. Gäste ermutigen, eigene Badeschuhe mitzubringen. Auch im Bereich Wäsche haben wir ein neues Konzept eingeführt, um Wasser, Energie und Reinigungsmittel zu sparen. Uns ist wichtig, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Label bleibt, sondern konkret im Betrieb und bei den Gästen erlebbar wird.

Wo sehen Sie den Limmathof in den nächsten fünf bis zehn Jahren?

Wir dürfen bereits viele Stammgäste begrüssen – und genau das möchte ich noch weiter ausbauen. Stammgäste sind für mich die ehrlichste Auszeichnung. Gleichzeitig freue ich mich auf neue Gäste, die den Charme des Limmathofs noch für sich entdecken.

Welche Gäste dürfen Sie denn besonders häufig als Stammgäste begrüssen?

Unter der Woche sind es viele Geschäftsreisende. Sie schätzen, dass unser Wellnessbereich bis 21.45 Uhr geöffnet ist. Auch wenn es nur für eine Stunde ist – man kann abschalten und neue Energie tanken. Meine persönliche Empfehlung: Nehmen Sie sich täglich ein bis zwei Stunden Zeit nur für sich.

Drei Worte, die den Limmathof beschreiben?

Charmant, einzigartig und authentisch.

Zum Schluss: Was wünschen Sie sich für die Hotellerie allgemein?

Dass es wieder menschlicher wird – von beiden Seiten. Gastgeber sollten sich bewusst machen, warum sie diesen Beruf gewählt haben, und Gäste dürfen sich daran erinnern, dass es auf Freundlichkeit und echtes Miteinander ankommt. Digitalisierung ist hilfreich, aber sie ersetzt nie den Menschen und das Herz. Am Ende ist es genau dieser Moment von Mensch zu Mensch, der den Unterschied macht.


Limmathof Baden Hotel & Spa
Limmatpromenade 28
5400 Baden
+41 56 200 17 17
info@limmathof.ch
www.limmathof.ch

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